Eine Reise zur Buddha-Geist Entwicklung
10. Februar 2024
Es gibt viele Bücher über Achtsamkeit, doch eines hat es besonders herausgestochen: „Einfach Eine Sache: Entwicklung eines Buddha-Geistes durch einfache Übungen“, geschrieben von Rick Hanson. Dieses Buch bietet praktische, alltägliche Übungen, die durch die neuesten Erkenntnisse der Gehirnforschung unterstützt werden. Diese Übungen helfen dabei, Stress zu vermeiden, die Stimmung zu verbessern, das Leben voller zu genießen und emotionale Widerstandsfähigkeit zu entwickeln.
Aber es handelt sich hierbei nicht nur um ein Buch mit Achtsamkeitsübungen. Es ist ein Leitfaden, der dabei hilft, unser Gehirn neu zu verdrahten für mehr Glück und allgemeines Wohlbefinden. „Einfach Eine Sache“ wird jedem empfohlen, der sich von entmachtenden, negativen Gedanken überwältigt fühlt.
Inhaltsverzeichnis
Die Macht der Neuroplastizität
Die Arbeit von Rick Hanson und vielen anderen Wissenschaftlern und Klinikern basiert auf der allgemeinen Tatsache der „erfahrungsabhängigen Neuroplastizität“. Das ist die Fähigkeit der mentalen Aktivität, die neuronale Struktur zu verändern. So haben Forscher beispielsweise Taxifahrer untersucht, die die unübersichtlichen Straßen Londons auswendig lernen mussten. Am Ende ihrer Ausbildung hatte sich ihr Hippocampus – ein Teil des Gehirns, der visuell-räumliche Erinnerungen bildet – verdickt. Ähnlich wie bei körperlicher Bewegung hatten sie einen speziellen „Muskel“ in ihrem Gehirn trainiert, der neue Verbindungen zwischen den Neuronen aufgebaut hat.
In einer ähnlichen Studie wurde festgestellt, dass langfristige Achtsamkeitsmeditierende eine dickere Hirnrinde in den Teilen des Gehirns hatten, die die Aufmerksamkeit steuern und auf den eigenen Körper abstimmen. Wie der kanadische Psychologe Donald Hebb treffend bemerkte: „Neuronen, die zusammen feuern, verdrahten zusammen“. Flüchtige Gedanken und Gefühle hinterlassen dauerhafte Spuren in der neuronalen Struktur. Was immer wir im Gehirn stimulieren, tendiert dazu, mit der Zeit stärker zu werden.
Ein traditionelles Sprichwort sagt, dass der Geist die Form annimmt, auf der er ruht. Die moderne Aktualisierung wäre, dass das Gehirn seine Form von dem annimmt, auf dem der Geist ruht – zum Besseren oder Schlechteren. Das Gehirn verändert ständig seine Struktur. Die einzigen Fragen sind: Wer macht die Veränderungen: man selbst oder andere Kräfte? Und sind diese Veränderungen zum Besseren?
Anwendung der wissenschaftlichen Erkenntnisse
Im größeren Kontext liegt der Fokus darauf, wie man diese neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse anwendet: Wie man den Geist benutzt, um das Gehirn zu verändern, um den Geist zum Besseren zu verändern – für psychologische Heilung, persönliches Wachstum und, falls von Interesse, Vertiefung der spirituellen Praxis. Besonders interessant sind dabei folgende Aspekte:
- Wie das Gehirn durch die Evolution geformt wurde und uns sowohl problematische Tendenzen zu Gier, Hass, Herzschmerz und Täuschung als auch wunderbare Fähigkeiten zu Glück, Frieden, Liebe und Weisheit verleiht.
- Was im Gehirn passiert, wenn eine Person in das Verlangen gerät, das zu Leid führt oder wenn eine Person Gelassenheit, liebevolle Güte, meditative Absorption oder befreiende Einsicht erlebt.
- Die Verwendung von neurologisch informierten Methoden, um unsere alten Neigungen zu Angst, Entmenschlichung, Ausbeutung und Angriff zu überwinden, damit 7 Milliarden von uns in Frieden miteinander auf unserem fragilen Planeten leben können.
Auch wenn dieses Gehirnzeug exotisch oder esoterisch klingen mag, ist der Ansatz im Wesentlichen einfach: die neuralen Prozesse finden, die negative mentale Faktoren zugrunde liegen, und sie reduzieren; gleichzeitig die neuralen Prozesse finden, die positive mentale Faktoren zugrunde liegen, und sie erhöhen. Weniger Schlechtes und mehr Gutes – basierend auf Neurowissenschaft und westlicher Psychologie, informiert durch kontemplative Weisheit.
Die Entwicklung eines „Buddha-Gehirns“
Kann jeder ein „Buddha-Gehirn“ entwickeln, auch Menschen, die mit psychischen Erkrankungen oder Depressionen zu kämpfen haben? Auf jeden Fall!
Zunächst einmal ist ein „Buddha-Gehirn“ einfach ein Gehirn, das weiß, wie man in Anbetracht der unvermeidlichen Höhen und Tiefen des Lebens wahrhaft glücklich sein kann. Die Möglichkeit eines solchen Gehirns ist im menschlichen Gehirn, das wir alle teilen, inhärent; jedes menschliche Gehirn kann ein Buddha-Gehirn werden. Daher ist ein Buddha-Gehirn für jeden geeignet, unabhängig von seiner religiösen Orientierung.
Zweitens müssen wir alle den Weg dort beginnen, wo wir uns gerade befinden – ob das alltäglicher Stress und Frustration, psychische Erkrankungen, Angst, Trauer und Verlust oder Depression ist. In jedem Moment, in dem wir uns von unserer Erfahrung zurückziehen und sie in achtsamer Wahrnehmung halten, oder wenn wir beginnen, negative Gefühle und Faktoren loszulassen, oder wenn wir uns allmählich positiven Gefühlen und Faktoren zuwenden und sie kultivieren… dann machen wir einen Schritt in Richtung Entwicklung eines Buddha-Gehirns.
Jeder kleine Schritt zählt. Es waren meist viele kleine Schritte, die eine Person an einen schlechten Ort gebracht haben, und es werden viele kleine Schritte sein, die sie an einen besseren Ort bringen.
Drittens kann seelisches Leid oder Dysfunktion uns helfen zu wachsen. Sie lehren uns viel darüber, wie der Geist funktioniert, sie können das Mitgefühl für die Probleme und Sorgen anderer vertiefen und, ehrlich gesagt, sie können sehr motivierend sein.
Negativitätsbias und das Gehirn
Im Laufe der Evolution des Gehirns war es von entscheidender Bedeutung, aus negativen Erfahrungen zu lernen. Daher ist das Gehirn wie ein Klettverschluss für negative Erfahrungen und wie Teflon für positive. Negative Ereignisse und Emotionen erregen mehr Aufmerksamkeit, haben mehr Gewicht und werden leichter im Gedächtnis verankert als positive.
Dieser Prozess hat einen starken Einfluss auf unsere Wahrnehmung der Welt und unser allgemeines Wohlbefinden. Die gute Nachricht ist jedoch, dass wir durch bewusste Praxis und Achtsamkeit das Gehirn neu verdrahten können, um positive Erfahrungen stärker zu bewerten und zu speichern. Diese Reise zur Entwicklung eines Buddha-Geistes ist ein Weg zur wahren Selbstverbesserung und zur Erreichung eines tieferen, erfüllenderen Glücks.
Fazit
Die Entwicklung eines „Buddha-Gehirns“ ist ein spannender und lohnender Prozess, der uns hilft, negative Gedanken und Emotionen zu überwinden und positive Erfahrungen und Gefühle zu fördern. Durch die bewusste Praxis der Achtsamkeit und die Anwendung der neuesten Erkenntnisse der Gehirnforschung können wir unser Gehirn neu verdrahten, um ein tieferes, erfüllenderes Glück zu erreichen. Unabhängig von unseren aktuellen Umständen oder Herausforderungen ist es möglich, Schritte in Richtung dieser positiven Veränderung zu unternehmen und ein „Buddha-Gehirn“ zu entwickeln.