Die unerwarteten Segnungen nicht erfüllter Gebete
10. Februar 2024
Manchmal ist es ein wahrer Glücksfall, wenn sich unsere Wünsche nicht erfüllen. Das ist eine Lektion, die viele von uns im Laufe ihres Lebens lernen. Oft beten wir verzweifelt für etwas, das wir uns sehnlichst wünschen, sei es eine neue Frisur, ein paar Kilo weniger auf den Hüften, eine pünktliche Bahnverbindung zur Arbeit oder ein verlockendes Angebot für das Paar Schuhe, das wir schon lange ins Auge gefasst haben. Doch die meisten von uns beten wohl am innigsten dafür, dass die Person, in die sie sich gerade verliebt haben, diejenige ist, mit der sie den Rest ihres Lebens verbringen möchten.
Inhaltsverzeichnis
Die Suche nach dem perfekten Partner
Als Single ist eine der größten Sorgen oft, den richtigen Partner fürs Leben zu finden, um endlich aus dem aufreibenden Dating-Spiel aussteigen zu können. Verlieben ist für die meisten Menschen leicht. Es braucht nicht viel, um das Herz vor lauter romantischen Gedanken und Vorstellungen von einem glücklichen Leben zu zweit höher schlagen zu lassen. Die ersten Monate einer Beziehung sind immer aufregend. Alles scheint wunderschön zu sein, die Welt erstrahlt in leuchtenden Farben.
Aber eine Beziehung ist zum Scheitern verurteilt, wenn man erwartet, dass der Partner die ultimative Quelle des eigenen Glücks sein wird. Der Film Jerry Maguire hat viele falsche Vorstellungen über die Liebe verbreitet. Der Satz „Du vervollständigst mich“ wurde zu einem Mantra für Romantiker. Es ist traurig zu glauben, dass man eine andere Person braucht, um sich vollständig zu fühlen.
Die Reise zur Selbstliebe
Über Jahre hinweg war der Wunsch, vollständig zu sein, so stark, dass jede gescheiterte Beziehung einen noch leerer zurückließ als die vorherige. Bei jedem neuen Mann, den man traf, betete man, dass er der Richtige sein möge, ohne jemals in Betracht zu ziehen, ob er wirklich zu einem passte oder nicht. Man stellte sich nie vor, wie es wäre, jeden Tag neben derselben Person aufzuwachen, bis man eines Tages stirbt.
Doch das Leben nimmt oft unerwartete Wendungen und führt uns auf intensive spirituelle Reisen. Auf diesem Weg gelangt man zu der Erkenntnis: Wir sind bereits vollständig, ob wir nun in einer Beziehung sind oder nicht. Man lernt, sich selbst zu lieben. Dann wird klar, worum es in Beziehungen wirklich geht: Zwei Seelen kommen zusammen, um sich gegenseitig dabei zu helfen, die besten Versionen ihrer selbst zu werden.
Die Erkenntnis der inneren Vollständigkeit
Man beginnt zu erkennen, dass man in keiner Weise unvollständig ist. Man braucht keinen Mann, um sich vollständig zu fühlen. Alles, was man braucht, ist ein Partner, der einem hilft zu wachsen und mit dem man Erfahrungen teilen kann. Man denkt an die gescheiterten Beziehungen zurück und ist dankbar für jede einzelne. Keine dieser Begegnungen war ein Misserfolg. Sie waren versteckte Segnungen. Lehrer. Sie haben zur eigenen Bewusstheit und Weisheit beigetragen und einen auf irgendeine Weise besser gemacht.
Die Freiheit, das eigene Leben zu leben
Bald kümmert es einen nicht mehr, ob man verheiratet ist oder nicht. Man beginnt, das eigene Leben für sich selbst zu leben – offen für jemand anderen, aber ohne ihn zu benötigen. Und wissen Sie was? Ein paar Monate später tritt ein wunderbarer Mann in das Leben, den man zehn Monate später heiratet.
Häufig beten wir für Dinge, die wir wollen, ohne zu bedenken, ob sie wirklich gut für uns sind. Manchmal beten wir sogar für Dinge, die wir nicht wollen, weil wir denken, dass wir sie wollen sollten.
Die Ironie des Gebets
Jahrelang betete man darum, ein erfolgreicher Anwalt zu sein. Die Ironie dabei ist, dass die wahren Leidenschaften Spiritualität und Schreiben sind. Man besuchte zwar die Juristenschule, aber es wurde schnell klar, dass die notwendigen Fähigkeiten für diesen Beruf fehlten. Heute arbeitet man tagsüber im Rechtsbereich, um die Rechnungen zu bezahlen, während man abends den eigenen Leidenschaften nachgeht.
Betet man immer noch? Sicher, aber man betet nicht mehr für sich selbst. Man betet jetzt für die Gesundheit und das Glück anderer Menschen, für eine erfolgreiche Operation oder was auch immer der Fall sein mag. Natürlich möchte man immer noch Dinge. Aber man ist nicht mehr an das Ergebnis der eigenen Wünsche gebunden. Man weiß im Hinterkopf, dass das Ergebnis das richtige sein wird.
Wie der Dalai Lama sagt, sind manchmal unbeantwortete Gebete oder Wünsche tatsächlich große Segnungen im Verborgenen.
Fazit
Es ist wichtig zu erkennen, dass nicht erfüllte Gebete und Wünsche oft ein Segen in Verkleidung sind. Sie führen uns auf eine Reise der Selbstentdeckung und Selbstliebe, die uns letztlich zu dem Verständnis führt, dass wir bereits vollständig sind, ganz gleich, ob wir in einer Beziehung sind oder nicht. Es ist nicht nötig, von anderen Menschen oder äußeren Umständen abhängig zu sein, um Glück und Erfüllung zu finden. Das wahre Glück liegt in uns selbst.