Die Reise zur Selbstfindung: Ein Weg zur inneren Vollständigkeit
11. Februar 2024
Es gibt eine tiefe Wahrheit, die oft übersehen wird: Jeder Mensch ist bereits vollständig. Dieses Bewusstsein birgt eine spielerische, freudige Energie, die alles, was man tut, durchdringt. Für viele Menschen ist die Suche nach dem eigenen Ich eine Obsession. Nicht das physische Zuhause ist gemeint, sondern das spirituelle Zuhause. Die Suche nach dem eigenen Selbst, dem Wissen, wer man wirklich ist, und das Gefühl, ganz bei sich zu sein und vollkommene Ruhe zu finden.
Es kann sich anfühlen, als fehle ein Teil, als müsse man ein fehlendes Puzzlestück finden, um vollständig zu sein. Man könnte denken, dass der richtige Job, der richtige Partner, die richtigen Freunde oder das richtige Abenteuer dieses fehlende Stück liefern könnten. Vielleicht stellt man sich vor, an einem Strand zu liegen, gebräunt von der Sonne, neben einem wunderschönen Seelenverwandten und glaubt, dann würde man endlich zur Ruhe kommen und sich selbst erkennen.
Inhaltsverzeichnis
Die Suche nach Weisheit und Erleuchtung
Die Suche nach Erleuchtung kann viele Formen annehmen. Man könnte an sogenannten Satsangs teilnehmen, Treffen, bei denen erleuchtete Menschen ihre Wahrheiten und Weisheiten mit suchenden Menschen teilen. Man könnte versuchen herauszufinden, was diese Menschen haben, was einem selbst fehlt. Was wissen sie, was man selbst nicht weiß? Und wie kann man dieses Wissen erlangen?
Man könnte sich vorstellen, dass diese Menschen einen Ort erreicht haben – einen Ort der Erleuchtung, der Ganzheit, der Vereinigung. Es könnte ein brennendes Verlangen entstehen, sich mit sich selbst zu vereinen, ohne zu wissen, wie man dies erreichen kann.
Die Idee einer Pilgerreise könnte verlockend sein. Nicht zu wissen, wer man ist und sich dann auf den Weg zu machen, um sich selbst zu finden, könnte eine faszinierende Vorstellung sein.
Die Suche nach dem Selbst
Neben den Satsangs könnte man indische Gurus treffen, meditieren, an seinen Problemen arbeiten und Heilungskurse besuchen. All diese Dinge könnten hilfreich sein, könnten einem jedoch nicht unbedingt dabei helfen, sich selbst zu finden. Vielleicht kommt man der Erkenntnis, wer man wirklich ist, nahe und erhascht einen flüchtigen Blick auf dieses schwer fassbare Selbst. Aber das fehlende Stück, das die Vollständigkeit bringt, bleibt oft unauffindbar.
Man könnte annehmen, dass dies daran liegt, dass man noch jung ist. Menschen sind oft jahrzehntelang auf der Suche nach sich selbst und finden sich dennoch nicht. Auch wenn es ein Vorteil sein mag, jung mit der Suche zu beginnen, liegt oft noch ein langer Weg vor einem.
Das Umdenken: Die Reise zu sich selbst
Dann könnte sich das Verständnis dessen, wonach man sucht, ändern. Die lineare Reise vom Nicht-Wissen zum Wissen könnte sich auflösen und an ihrer Stelle könnte eine zirkuläre, nicht-lineare Reise entstehen.
Plötzlich könnte die Vorstellung, einen Pfad zu folgen und sich am Ende dieser Reise zu finden, lächerlich erscheinen. Offensichtlich findet man sich nicht am Ende einer langen Reise. Man findet sich nur am Ende einer Reise, wenn am Ziel ein riesiger Spiegel steht, der einem zeigt, wer man ist.
Die Idee, sich selbst zu suchen, könnte plötzlich absurd erscheinen. Es ist, als würde man in einen Raum voller Menschen eintreten und sich selbst nicht unter ihnen finden. Natürlich findet man sich nicht unter der Menge, denn man ist das Wesen, das sucht! Es ist, als würde das Auge versuchen, sich selbst zu sehen. Es ist, als würde man seine Brille suchen, die auf dem eigenen Kopf sitzt. Man kann an allen erdenklichen Orten suchen, aber man wird sie erst finden, wenn man inne hält und in einen Spiegel schaut.
Die Erkenntnis: Du bist bereits da
Wenn das suchende Wesen und das Gesuchte dasselbe sind, ist die Suche lang und fruchtlos. Wenn man das Gesuchte ist, findet man sich nur, indem man in sich hineinschaut und erkennt, dass man immer schon da war.
Solange man „da draußen“ sucht, wird man sich selbst nie finden. Man könnte jemanden treffen, der einem einen Spiegel vorhält, und solange man mit dieser Person und ihrem Spiegel zusammen ist, kann man sich eins fühlen.
Aber selbst dann glaubt man oft, dass man sich nur in der Nähe dieser Person, dieses Lehrers oder Gurus gut fühlt und dass diese Person den Schlüssel hat, um zu entdecken, wer man ist. Deshalb können wir uns so sehr an unsere Spiegelhalter binden und glauben, dass sie etwas haben, was wir nicht haben.
Die Reise zum Selbst ist weniger ein linearer Pfad, der beschritten werden muss, und mehr eine Rückkehr zu sich selbst. Es ist ein Innehalten, ein Verlangsamen und die Erkenntnis, dass man bereits vollständig und ganz ist.
Das bedeutet nicht, dass all die Satsangs, Lehrer und Gurus Zeitverschwendung waren. Sie halfen dabei, genug loszulassen; sie halfen dabei, die Identifikation mit dem Ego zu lockern, um in sich hineinzuschauen. Dank ihnen stand weniger Illusion und Konditionierung zwischen einem und dem Selbst.
Erst als man aufhörte, irgendwohin gelangen zu wollen, sei es eine perfekte Zukunft oder das Ende eines spirituellen Pfades, konnte man erkennen, dass man das Gesuchte ist. Und, dass man in sich ist, nicht „da draußen“.
Wie ein weiser Lehrer einst sagte: Wenn man etwas wirklich Wertvolles hat, das man vor anderen verbergen möchte, wo versteckt man es? Auf dem Gipfel eines Berges? In einer Höhle im Himalaya? Am Ende einer langen Reise oder an einem exotischen Strand? Nein. Man macht den Suchenden daraus, und er wird so sehr damit beschäftigt sein, danach zu suchen, dass er nie bemerken wird, dass es direkt vor seiner Nase verborgen ist, buchstäblich in Sichtweite und tatsächlich sein eigenes Wesen ist.
Fazit: Die Suche beenden
Also beenden Sie die Suche. Sie müssen nicht gefunden werden. Sie sind bereits hier.