Die Reise zur Selbstentfaltung: Der Weg einer Umarmungs-Abstinenten

10. Februar 2024 Von chrissi 0

„Es erfordert Mut, erwachsen zu werden und zu dem zu werden, der man wirklich ist“, sagte einst der große amerikanische Dichter E.E. Cummings. Diese Worte sind wie ein Echo, das durch die Geschichte eines Mädchens hallt, das mit einer Abneigung gegen menschlichen Kontakt aufwuchs. Eine Abneigung, die sich in der Kindheit manifestierte und ihren Höhepunkt in der Jugend erreichte, bevor sie schließlich überwunden wurde.

Die Kindheit: Der Ursprung der Berührungsangst

Sie war ein schüchternes Kind. Ihre Mutter erinnert sich an eine Episode aus dem Kindergarten, als die Lehrerin alle Kinder aufforderte, sich an den Händen zu halten. Ihre Tochter lehnte ab und sagte, sie würde lieber ihre eigenen Hände halten. Dies könnte der Beginn ihrer Abneigung gegen menschlichen Kontakt gewesen sein. Als Kind erinnert sie sich an Großeltern, Tanten und Onkel, die ihr große, unangenehme Umarmungen gaben. Wenn sie sie nicht offen wegschob oder sich befreite, stand sie steif wie ein Brett da, bis das Martyrium vorbei war. Niemand suchte professionelle Hilfe, alle dachten, sie würde diese Phase überwinden, aber das tat sie nicht.

Die Mittelschule: Eine Zeit der Herausforderung und Veränderung

Die Abneigung wurde in der Mittelschule deutlicher. Mädchen umarmten sich ständig, spielten mit den Haaren der anderen, gaben einander Rückenmassagen und spielten seltsame Kitzelspiele. Sie erinnert sich an die nervösen Fahrten zur Schule, immer in Sorge, wer sie heute umarmen würde. Sie entschied, sie würde mitmachen, aber sie würde nicht zurück umarmen, sie würde es kurz halten, sie würde nie die Initiative ergreifen und sie würde es definitiv nicht mögen.

Die Konfrontation: Der Moment der Wahrheit

Im Laufe der Zeit bemerkten ihre Freunde ihre mangelnde Begeisterung. Sie machten Bemerkungen wie: „Du musst auch umarmen!“ oder „Komm schon, gib mir eine richtige Umarmung!“ Sie wollte sich übergeben. Sie versuchte, sich wie eine wärmere, liebevollere Person zu verhalten, aber es fühlte sich falsch an. Sie ließ ihren Unbehagen wachsen, bis sie eines Tages explodierte. Ihre Freundin Laura hatte den falschen Tag erwischt, um sie zu umarmen. Sie stieß Laura weg und schrie: „HÖR AUF, MICH ZU UMARMEN! Was ist los mit dir?“ Dann wandte sie sich an all ihre Freundinnen und flehte: „Warum wollt ihr immer umarmen? Können wir nicht einfach für uns bleiben?“

Die Akzeptanz: Die Umarmungs-Abstinenz

Nach ihrer Explosion in der Mittelschule waren die Gefühle ihrer Freundinnen verletzt. Anfangs mieden sie sie, aber das gefiel ihr zu sehr. Also begannen sie, sie aufzuziehen. Wenn jemand außerhalb ihres engen Kreises versuchte, sie zu umarmen, warnten sie: „Das würde ich nicht tun, wenn ich du wäre. Sie ist keine Umarmungsperson!“ Sie war erleichtert, aber auch peinlich berührt.

Das College: Eine neue Herausforderung

Dies setzte sich durch die High School fort, aber als sie zum College in San Diego ging, musste sie ihre Überzeugungen erneut erklären. „Keine Umarmungen“ war eine schwierige Politik für ihre Schwesternschaftsschwestern zu verstehen. Glücklicherweise wartete sie damit, dies zu enthüllen, bis große Mengen Alkohol konsumiert wurden. Sie lachten es ab und umarmten sie trotzdem gegen ihren Willen.

Die Transformation: Ein neuer Anfang

Rückblickend denkt sie, dass ihre Abneigung gegen Umarmungen nicht daran lag, wie sie sich anfühlten. Sie hatte einfach Angst, dass sie in diesem Bereich inkompetent war. Sie fühlte, dass jeder von Natur aus wärmer war als sie; dass sie etwas über das Leben und Beziehungen wussten, das sie nicht wusste. Einige Jahre nach dem College wurde ihr klar, dass sie eine lebenslimitierende Angst vor Intimität hatte.

Die Überwindung: Der Weg zur Selbstliebe

Nach dem College begann sie, mit einer spirituellen Beraterin zusammenzuarbeiten. Jedes Mal, wenn sie sich trafen, gab die Beraterin ihr eine große Bärenumarmung. Sie versuchte, ihre Position in Bezug auf Umarmungen zu erklären, aber die Beraterin hörte nicht zu. Stattdessen umarmte sie sie noch fester und flüsterte ihr ins Ohr: „Ich werde dich lieben, bis du dich selbst lieben kannst.“ Trotz ihrer anfänglichen Abneigung gegen diese Umarmungen, begann sie langsam, sich ihnen zu öffnen.

Die Erkenntnis: Ein Moment der Reflexion

Eines Tages, bei einer Arbeitstagung, kam sie spät an. Sie war erleichtert, als sie ihren freundlichen Kollegen Derek sah. Sie eilte auf ihn zu und das Unfassbare passierte – sie warf ihre Arme um ihren Kollegen und zog ihn fest an sich. Überraschenderweise zog er sich steif zurück. In diesem Moment wurde ihr klar, wie weit sie gekommen war. So weit, dass sie nun versehentlich Kollegen umarmte.

Fazit: Die Reise zur Selbstentfaltung

Die Geschichte dieses Mädchens ist eine Geschichte von Wachstum und Selbstentfaltung. Sie zeigt, dass es Mut erfordert, zu dem zu werden, der man wirklich ist. Es ist eine Reise, die von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter reicht, und die von der Angst vor Berührung und Intimität geprägt ist. Aber es ist auch eine Geschichte der Überwindung und der Akzeptanz. Eine Geschichte, die zeigt, dass es möglich ist, Ängste zu überwinden und zu lernen, sich selbst und andere zu lieben.