Die Kunst, mit sich selbst befreundet zu sein
10. Februar 2024
„Freundschaft mit sich selbst ist niemals einsam“, sagte einst Maxwell Maltz. Dieses Zitat unterstreicht die Wichtigkeit der Selbstliebe und -akzeptanz. Im jugendlichen Alter von 18 Jahren wird man oft durch äußere Erfolge und Leistungen definiert. Man trägt diese Erfolge wie einen Schild, ohne zu wissen, wer man ohne sie wäre. Man ist Tänzerin, Sängerin, Klassenbeste und vieles mehr. Doch was passiert, wenn dieser Schild bricht? Wenn man in eine neue Umgebung zieht, wie zum Beispiel das College, und plötzlich all diese Identifikationsmerkmale wegfallen?
Inhaltsverzeichnis
Die Suche nach einer neuen Identität
Auf dem College gibt es keine Drillteams, keine Ehrenpunkte, niemanden, der einen für harte Arbeit lobt. Die hohen Anforderungen sind Standard und es ist schwieriger, herauszustechen. Man muss nach einer neuen Persona suchen, einer neuen Identität. Manche engagieren sich ehrenamtlich oder lernen ein Instrument spielen. Andere flüchten sich in ungesunde Verhaltensweisen, wie etwa übermäßiges Essen und anschließendes Erbrechen. Es ist nicht schön, aber es bietet eine Art von Komfort, wenn man keine anderen Labels hat, hinter denen man sich verstecken kann.
Manchmal findet man auch Trost in einer Beziehung. Es ist einfach, sich in jemand anderem zu verlieren und den Fokus von sich selbst abzulenken. Doch auch wenn eine solche Beziehung zunächst erfüllend erscheint, kann sie auf lange Sicht nicht die Lücken im eigenen Leben füllen. Es kann zu einem Punkt kommen, an dem man sich einsam, orientierungslos und unglücklich fühlt, trotz der Anwesenheit des Partners.
Der Weg zur Selbstfindung
Der Entschluss, sich Hilfe zu suchen und in eine Behandlung für Essstörungen einzuchecken, ist ein schwieriger. Doch es ist auch der erste Schritt zur Selbstfindung. Körperliche Gesundheit ist wichtig, doch seelische Gesundheit ist entscheidend. Im Rahmen der Therapie wird man oft gefragt, welche Werte man hat. Dies kann zu einer Herausforderung werden, wenn man bisher immer versucht hat, etwas Bestimmtes zu sein, anstatt das eigene Leben organisch entwickeln zu lassen.
Nach und nach erkennt man jedoch, dass man mehr ist als nur Schülerin, Leistungsträgerin, Schriftstellerin oder Freundin. Man ist eine junge Frau, die Mitgefühl, Empathie, Weltoffenheit und Familie schätzt. Diese Erkenntnis ist ein großer Schritt nach vorn. In Beziehungen kann sie jedoch auch zu Problemen führen, besonders wenn der Partner versucht, einen zu vervollständigen, anstatt einen zu ergänzen.
Die Wichtigkeit der Selbstliebe
Es ist eine schmerzhafte Lektion, aber eine wichtige: Eine andere Person kann niemals die Lücken im eigenen Leben füllen. Man muss lernen, die eigene „andere Hälfte“ zu sein und einen Partner zu suchen, der einen ergänzt, nicht vervollständigt. Für jemanden, der immer nach externer Bestätigung gesucht hat, ist dies keine leichte Lektion. Aber sie ist entscheidend für die Entwicklung eines reicheren, reiferen Selbst.
Wie man sein eigener größter Fan wird
Sich selbst zu lieben und zu akzeptieren ist eine Herausforderung. Hier sind einige Tipps, wie man sein eigener größter Fan werden kann:
1. Erkenne, was dir wichtig ist
Es ist einfach, sich an verschiedene Identitäten zu klammern, wenn man nicht vollständig versteht, was einen einzigartig macht. Wertet man Wohltätigkeit? Ist es das Ziel, die Welt zu bereisen? Mache eine Liste aller Qualitäten, die man an sich selbst schätzt: Ist man lustig? Ehrgeizig? Geduldig? Karriere, Auto oder Körperform können sich im Laufe des Lebens ändern. Die Erkenntnis der bemerkenswerten Kernaspekte der eigenen Identität macht weniger anfällig für das Klammern an äußere Beschreibungen.
2. Übernimm Verantwortung für dein Leben
Es ist verlockend, sich auf die negativen Aspekte zu konzentrieren, da dies ein Gefühl von Kontrolle vermittelt. Wenn man unzufrieden mit der Arbeit ist, kann das Klagen bei anderen eine Art von Bestätigung bieten. Wenn man frustriert ist, weil man nicht so viel reist, wie man möchte, kann das Rationalisieren beruhigend sein. Es ist jedoch wichtig, aufzuhören, Ausreden zu machen und stattdessen Veränderungen herbeizuführen.
3. Hör auf zu vergleichen!
Die Besessenheit von allem, was man gerne hätte, ist einer der schnellsten Wege zum Unglück. Es kann hilfreich sein, sich ein „soziales Medien-Budget“ zu setzen, wie zum Beispiel höchstens fünf Minuten Facebook pro Tag. Dies lenkt den Fokus von anderen zurück auf einen selbst.
4. Lerne, allein zu sein
Wenn man sich mit der Einsamkeit unwohl fühlt, neigt man dazu, sich an andere zu klammern, um die eigene Wertschätzung zu bestätigen. Aber was passiert, wenn die andere Person weiterzieht? Beziehungen, die aus Notwendigkeit eingegangen werden, enden oft schmerzhaft, da sich die Bedürfnisse im Laufe der Zeit ändern. Wenn man lernt, die eigene Zeit allein zu genießen, benötigt man nie eine andere Person, um die Leere zu füllen.
Fazit
Die Reise zur Selbstfindung und Selbstliebe ist nicht einfach. Sie erfordert Mut, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, sich selbst gegenüber Verantwortung zu übernehmen. Doch sie ist eine der wichtigsten Reisen, die man im Leben unternehmen kann. Denn am Ende des Tages ist die Beziehung zu sich selbst die wichtigste Beziehung, die man je haben wird.